THB: Chancen mit antizyklischen Investments
Anleger mit gemanagten Zweitmarktfonds grundsätzlich auf der sicheren Seite. Am Zweitmarkt herrscht Kaufzeit. Profis steigen jetzt ein.Interview mit Guido Komatsu
Herr Dr. Komatsu, in der Schiffahrt zeigen sich erste Signale für eine Markterholung. Preise und Charterraten steigen wieder. Welche Einkaufschancen bietet denn der Zweitmarkt aktuell? Klettern hier die Kurse nicht auch längst aufwärts?
Am Zweitmarkt herrscht unverändert Kaufzeit. Im Vergleich zum Erstmarkt ziehen die Preise nicht so stark an. Das Kursniveau für Beteiligungen aus zweiter Hand ist weiterhin günstig. Wir haben einige äußerst interessante Deals für unseren Shipping Opportunity umsetzen können hat. Aufs Gesamtportfolio bezogen – also auf derzeit rund 130 Beteiligungen an über 60 Schiffsfonds – haben wir für unsere Anleger Beteiligungen zu Kaufpreisen erworben, die durchschnittlich 50 Prozentpunkte unter den Höchstpreisen von 2008 liegen. In jedem einzelnem Erwerb lagen wir deutlich über unserer geplanten Ankaufsrendite von 10 Prozent p.a..
Was genau sind Ihre Investitionskriterien?
Einfach gesagt: Wir kaufen nur, was Gewinn verspricht. In unserem Portfolio sind die meisten Schiffe weitgehend oder vollständig entschuldet. Ein besonderes Augenmerk legen wir auf die jeweilige Finanzierungsstruktur. Diese ist ausschlaggebend für die Ergebnisverteilung und damit ein wichtiger Faktor für die Bewertung einer Beteiligung.
Können Sie das einmal konkretisieren?
Bei zwei Schwesterschiffen beispielsweise, die ein identisches Ertragspotenzial haben und zu gleichen Bau- bzw. Kaufpreisen erworben wurden, erzielt diejenige Schifffahrtsgesellschaft nach Entschuldung auf dem Zweitmarkt den höheren Preis, die ursprünglich einen höheren Anteil an Fremdkapital aufzuweisen hatte. Dies liegt daran, dass die zukünftigen Erträge auf weniger Eigenkapital verteilt werden müssen.
Wie überzeugen Sie denn heutzutage Privatanleger von diesem Schiffsfonds?
Vor allem mit seinem Chancenpotenzial: Der Fonds profitiert aktuell auf doppelte Weise. Denn wir nutzen einerseits das günstige Preisumfeld und kaufen andererseits vor allem Anteile an Schiffen, die bereits historisch günstig waren. Also Schiffe, die während der letzten Krise 1999-2001 bestellt oder abgeliefert wurden. Diese historisch günstigen Schiffe haben in der letzten Boomphase sehr gut verdient und haben entsprechend einen optimalen Entschuldungsstand, häufig gar hohe Tilgungsvorsprünge und Liquiditätsreserven. Damit besitzen diese Beteiligungen das Potenzial, überproportionale Überschüsse in den sich erholenden Märkten zu verdienen. Gleichzeitig sind sie robust genug, erneute Einbrüche zu überstehen, das hat ja die aktuelle Krise gezeigt.
Und in Sachen Anlagesicherheit?
Mit gemanagten Zweitmarktfonds ist man ja grundsätzlich auf der vergleichsweise sicheren Seite. Nur so lässt sich auch mit überschaubarem Eigenkapital breit streuen. Unser Shipping Opportunity öffnet die Investition in bis zu 100 Schiffsfonds bereits ab 20.000 Euro Anlagesumme. Alle relevanten Teilmärkte der Schifffahrt sind vertreten sowie eine gute Mischung an Charterern und Pools. Diese Diversifikation erhöht die Investitionssicherheit signifikant.
Greifen Zweitmarktfonds nicht zu viele Gebühren ab?
Tatsächlich sollte hier genau hingeschaut werden. Unser Shipping Opportunity muss einen Vergleich jedoch nicht scheuen. Die Investitionsquote liegt bei über 91 Prozent, das Agio bei nur 3 Prozent. Anleger erhalten ihre Auszahlung bevorrechtigt. Hesse Newman wird nachrangig an den Ergebnissen beteiligt, d.h. erst nachdem der Anleger durchschnittlich 7,5 Prozent p.a. verdient hat. Dadurch sitzen alle Beteiligten in einem Boot – mit gleichem Interesse: Maximale Rendite für den Anleger.
Dr. Komatsu, wir bedanken uns für Ihre Einschätzungen.
Dr. Guido Komatsu, Vorstand der Hesse Newman Zweitmarkt AG, analysiert für den THB die Chancen intelligenter antizyklischer Investments.
